Als Vollbeschäftigung bezeichnet man in der Volkswirtschaftslehre in einem allgemeinen Sinn die komplette Auslastung aller Produktionsfaktoren. Im engeren Sinn, auf den Produktionsfaktor Arbeit bezogen, steht sie für die Beschäftigung aller arbeitswilligen Erwerbspersonen und ein Gleichgewicht auf dem Arbeitsmarkt.

In sozialistischen Volkswirtschaften wurde praktisch Vollbeschäftigung erzielt, jedoch zulasten der Volkswirtschaft, wie z.B. durch Doppelbeschäftigung. In vorkapitalistischen Gesellschaften war der Begriff noch nicht relevant, da es den Begriff der Arbeitslosigkeit noch nicht gab.

Tatsächlich ist auch in komplett deregulierten Volkswirtschaften eine Vollbeschäftigung nicht erreichbar. Man geht davon aus, dass es grundsätzlich eine natürliche Arbeitslosigkeit gibt. Selbst in relativ deregulierten Staaten wie der Schweiz oder Norwegen, die wegen ihrer ausgewogenen Wirtschaftspolitik für hohes Wirtschaftswachstum und geringe Arbeitslosigkeit gesorgt haben, ist Arbeitslosigkeit zu beobachten.

Nach Auffassung des US-Ökonomen Jeremy Rifkin wird durch die digitale Revolution langfristig die Arbeit verschwinden. Daraus stellt sich die Frage, womit ein Mensch seinen Lebensunterhalt bestreiten soll.

Richard Buckminster Fuller stellte in seinem Buch Critical Path (1981) fest: Arbeitslosigkeit beruhe unmittelbar auf der technischen Möglichkeit einer Ephemerisierung. Ähnlich äußert sich Norbert Wiener, ein Mitbegründer der Kybernetik, der 1947 darauf hinwies, dass der Fortschritt in der Computertechnik Massenarbeitslosigkeit auslösen werde.

Der französische Sozialphilosoph André Gorz meint ebenfalls, dass seit Jahrhunderten immer mehr Arbeiten durch Maschinen übernommen werden. Der dadurch bewirkte Anstieg der Produktivität führe dazu, dass selbst bei zunehmender Produktion weniger menschliche Arbeitskraft benötigt wird. Die Vorstellung von Vollbeschäftigung werde zur Illusion. Deshalb befürwortet Gorz ein Grundeinkommen, welches ermöglicht, zu leben, ohne zu arbeiten. Jeder Mensch erhalte eine monetäre Grundlage, sich selbst zu verwirklichen.

Für Arthur Schopenhauer gab es nur einen angeborenen Irrtum – die Vorstellung, „dass wir da sind, um glücklich zu sein.“ Trotz der pessimistischen Grundüberzeugung empfiehlt er, sich in seinem Glücksstreben nicht auf äußere Güter wie Besitz und Ansehen zu richten, sondern die Ausbildung der eigenen Persönlichkeit in den Mittelpunkt zu stellen. Die größten Feinde des Glücks sind für ihn Schmerz und Langeweile, wobei letztere durch geistigen Reichtum überwunden werden kann.

Auch neueste philosophische Ansätze, z. B. Robert Spaemann, gelangen zu der Ansicht, dass jede tiefere Freude im Leben mit der Entwicklung von Kräften und Fähigkeiten zusammen hängt. Für Wilhelm Schmid ist die Lebensführung eine Kunst, zu der das bewusste Aushalten und die Bewältigung von Widerständen und Entbehrungen gehört. Martha Nussbaum leitet aus den Bedingungen des Menschseins (conditio humana) spezifisch menschliche, für ein gutes Leben unabdingbare Fähigkeiten ab, etwa die, sich guter Gesundheit zu erfreuen oder Beziehungen zu Dingen oder Personen außerhalb seiner selbst aufzubauen.

„Es sieht aus wie ‘ne Faust
umgeben von Blut
Es schlägt bis zum Hals
und es sorgt jedenfalls dann dafür
dass es geht
Dein Herz
reißt sich zusammen“
- Kettcar, Fake for Real